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Brauchtum erhalten - Gemeinschaft pflegen - Neues gestalten

30 + eine Frage an... Bezirksbundesmeister Uli Loyen
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Über Uli Loyen (54) war in der Zeitung zu lesen, dass er schon mit 11 den Schützen beigetreten ist. Er war Brudermeister und stellvertretender Bezirksbundesmeister. Vor drei Jahren wurde Uli als Nachfolger von Theo Kother zum Bezirksbundesmeister gewählt und ist amtierender Minister der St. Sebastianus in Vorst.

Was er im Körper von Dieter Bohlen machen würde, welche besonderen Eigenschaften ein Bezirksbundesmeister haben muss und warum es seiner Meinung nach auf Hawaii kein Bier gibt, beantwortete uns Uli netterweise in "30 + eine Frage an..." Bezirksbundesmeister Uli Loyen

1. Als Langzeitschütze hast du ja schon viele Schützenfeste gefeiert. Nun stehst du ständig im Mittelpunkt. Was ist als Bezirksbundesmeister anders? Wie fühlt es sich an und vor allem – wird man beim Bäcker eher bedient?
Zwanzig Jahre Brudermeister bei der St. Sebastianus Schützenbruderschaft in Vorst haben mich wahnsinnig viele Erfahrungen sammeln lassen. Dies ist aber etwas ganz anderes. Dort vertritt man die Interessen einer Bruderschaft. Als Bezirksbundesmeister vertritt man wie ich stellv. 14 Bruderschaften mit fast 1.600 Schützenschwestern und Schützenbrüdern aus dem Bezirksverband Kempen und deren Interessen auf Diözesan- und Bundesebene. Man ist Bindeglied zwischen Bruderschaften und dem Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften.

Beim Bäcker stehe ich natürlich nach wie vor hinten an. Alles andere wäre auch nicht richtig, denn man ist nichts Besseres als alle anderen Schützenschwestern und Schützenbrüder. Man ist durch das Amt vielleicht bekannter und oftmals für Medien in sämtliche Fragen ein gern gesehener Interviewpartner, das war´s aber auch schon. 😀

2. Wie viele Termine hast du während des Jahres?
Schwer zu sagen, weil ich kein Buch darüber führe. Ich versuche möglichst viele Termine auf Bezirk, Diözesan und Bundesebene wahrzunehmen, wobei Termine im Bezirk bei mir immer Vorrang haben. Ich schätze mal im Jahr kommen locker  70 – 100 Termine zusammen.

3. Welche Eigenschaften benötigt ein Bezirksbundesmeister?
Ganz wichtig, er sollte für unsere Werte “Für Glaube, Sitte und Heimat“ einstehen. Neutralität  zeigen,  seine Bruderschaften im Bund nach bester  Möglichkeit vertreten und ein offenes Ohr für jegliche Anliegen in den Bruderschaften haben.

4. Was macht dir an deinem Amt besonders viel Spaß?
Der Kontakt zu gleichgesinnten und dies auf allen Ebenen.

5. Stell dir vor, du könntest zu allen Schützen sprechen, welche Message würdest du an sie richten?
Ich würde Werbung machen für ein „Wir Denken“ denn die Probleme in Kempen sind nicht anders als in Tönisvorst oder in Grefrath.  Wenn man das „Wir“ in Vordergrund stellt, dann kann man vieles erreichen, Erfahrungen austauschen und voneinander profitieren.

6. Warum gibt es kein Bier auf Hawaii?
Keine Ahnung aber vielleicht weil es keine Schützen dort gibt?

7. „Glaube-Sitte-Heimat“ lautet der Leitspruch der Schützen. Was ist dein persönliches Rezept, um das auch erfolgreich umzusetzen?
Die christlichen Werte stehen bei mir im Vordergrund und ich stehe für eine enge Bindung vom Bezirksverband und Bruderschaften zur Kirche. Zum Schützenleben einer Schützenschwester oder einem Schützenbruder gehören meines Erachtens hl. Messen, Einkehrtage und Wallfahrten hinzu.

8. Was würdest du heute deinem jüngeren Selbst empfehlen?
Meinem jüngeren Selbst würde ich empfehlen mehr Gelassenheit an den Tag zu legen.

9. Welche Hoffnung hast du und welche Hoffnung hast du aufgegeben?
Ich habe die Hoffnung mit unseren beiden Bezirksjungschützenmeister das Schützenwesen wieder attraktiv für junge Leute zu machen. Nachwuchsarbeit ist mir sehr wichtig, es ist ein wichtiger Punkt für die Erhaltung unserer Bruderschaften, denn die Jugend von heute sind die Schützen von morgen.

Die Hoffnung aufgegeben habe ich, dass die St. Marien-St. Michaelis Schützenbruderschaft 1304/1322 Kempen irgendwann wiederbelebt wird. Schade eigentlich, weil es eine der ältesten Schützenbruderschaften in unsere Region war.

10. Welcher Mensch kommt dir in den Sinn, wenn du das Wort „Erfolgreich“ hörst?
Jupp Heynckes – tolle Persönlichkeit, großartige Karriere!

11. Würden dich auch Aufgaben im Diözesanverband oder beim Bund reizen und kannst du dir eine Funktion in Zukunft auf diesen Ebenen vorstellen?
Reizen schon, denn wenn einem Dinge nicht gefallen, dann darf man nicht nur meckern, sondern muss sich auch einbringen um Veränderungen herbeizuführen. Dies schreibe ich jetzt aber ohne Wert.

12. Woher stammt der Name „Loyen“
Aus der Niederlande. Früher schrieb sich Loyen mit „j“ weil die Niederländer kein „y“ kannten.

13. Was wünschst du dir für die Zukunft, als Schütze und privat?
Als Schütze wünsche ich mir, dass unser Brauchtum nicht irgendwann an finanziellen Bausteinen, wie Sicherheitskonzepte etc. scheitert.

Privat wünsche ich mir, dass meine Familie und ich gesund bleiben und wir noch viele gemeinsame Jahre verbringen dürfen, vielleicht ja sogar mit dem ein oder anderen Enkelkind.

14. Möchtest du deine Frau sein?
Ich bin meiner Frau Ulla sehr zum Dank verpflichtet. Ohne Ihre Unterstützung und Ihr  Verständnis könnte ich mein Hobby in dem Umfang überhaupt nicht ausüben. Dazu gehört aber über die ganzen Jahre auch das Verständnis meiner Kinder. Unsere Freizeit wird meistens durch Schützentermine bestimmt. Ulla ist zudem mein persönlicher Berater und weiß über fast alle Dinge Bescheid. Ich glaube, ich wäre nicht immer so geduldig, wie sie es ist, daher ist es gut so wie es ist und Ulla an meiner Seite ist. 😊

15. Womit beeindruckst du sie und womit nervst du sie?
Ich glaube manchmal nerve ich sie mit zu langen und intensiven Telefonaten und Vorbereitungen auf sämtliche Termine und Versammlungen. Trotzdem gelingt es mir meistens, es mit meiner fröhlichen und charmanten Art wieder gut zu machen. Beeindruckt ist sie sicherlich von meiner Engagement und meiner Zielstrebigkeit!

16. Meine Frau ist Fan des FC Bayern und will partout nicht den richtigen Weg einschlagen, weißt Du sie vielleicht zu überzeugen?
Ich würde volles Verständnis aufbringen und sagen: Willkommen im Club!

17. Im Aufzug steckenbleiben würde ich gerne mit…?
Mit Pfarrer i.R Wolfgang Acht, um Zeit zuhaben damit er mir seine unzähligen Witze erzählen kann.

18. Seit 3 Jahren bist du nun Bezirksbundesmeister, wie lautet deine Bilanz?
Ich hoffe bei den Bruderschaften angekommen zu sein, zumindest habe ich das Gefühl. Nachfolger eines Bundesmeisters zu werden, welcher 15 Jahre im Amt war, ist nicht einfach. Geholfen hat mir sicherlich, dass ich 5 Jahre Stellvertreter von Theo Kother sein durfte.

19. Du trittst ein für christliche Werte und Brauchtum. Nun hat der Bund den Zugang in die Schützen für alle Religionen und Lebensweisen frei gemacht. War das ein Fehler und wenn ja, was sagst du denen, die diese Denkweise für überholt halten?
Mir ging es dabei um die Frage „was wollen wir?“. Neue Wege gehen und alte Zöpfe abschneiden? Natürlich sollen Mitglieder anderer  Religionen Mitglied in einer Bruderschaft werden können, wie alle anderen auch. Allerdings haben Sie dann die Bruderschaften so zu akzeptieren, wie sie die Bruderschaften vorfinden und wie die Bruderschaft seit Jahrhunderten gelebt wird.

20. Könnten Christen und Andersgläubige nicht einfach die gemeinsamen Werte feiern?
Ich denke schon, dass Christen und Andersgläubige unsere Werte gemeinsam feiern können. Wichtig dabei ist, dass man sich mit Respekt begegnet.

21. Was kannst du nur mit Humor ertragen?
Wenn man über meine Kopfbedeckung Hut mit Feder lästert. Dabei denke ich jetzt ganz besonders mit einem Schmunzeln an Karl-Heinz.

22. Die Schützen sind eine lustige Truppe. Was ist deine ulkigste Geschichte?
Ich habe für einen Freund und ehemaligen Schützenkönig während seiner Amtszeit Bruce Kapusta gemimt. Ich war beim Offiziersabschied als Clown verkleidet und habe Trompete gespielt. Bruce Kapusta war zweimal in der Amtszeit meines Freundes bei uns in Vorst.

23. Was ist das schönste am Dorfleben?
Der Zusammenhalt, jeder kennt jeden zumindest in den meisten Fällen und Brauchtumsfeste werden im Dorf hochgehalten.

24. Hast Du Dir ein Ziel gesetzt, was Du anders machen möchtest als Deine Vorgänger?
Ich möchte das fortführen was meine Vorgänger aufgebaut haben. Die Bundesmeisterkette trägt man mit Stolz, gerade deswegen weil auf der Rückseite alle Bundesmeister aufgeführt sind.

25. Was sind die wichtigsten Aufgaben des Bezirksverbands für die Zukunft?
Gemeinsam mit den Bruderschaften das Schützenwesen so attraktiv zu gestalten, so dass wir junge Menschen frühzeitig an unser Brauchtum heranführen können.

26. Wird für das 90 und 100-jähre Jubiläum des Bezirksverbands etwas Besonderes geplant?
Zum 90.jährigen findet am 7. Oktober in Kempen eine hl. Messe statt mit anschließendem großen Zapfenstreich. Diesen Zapfenstreich werde ich gemeinsam mit Ehrengästen, dem amtierenden Bezirkskönig und meinen Vorgängern abnehmen.

Zum 100. Jährigen könnte ich mir gut den Bundesköniginnentag in Kempen vorstellen. Dies funktioniert aber nur, wenn die Mitgliedsbruderschaften hinter diesem Vorhaben stehen. Eine Bewerbung müsste spätestens 2022 beim Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften eingehen, denn fünf Jahre vorher wird der Ausrichter bekannt geben.

27. Stell dir vor du würdest eines Tages im Körper von Dieter Bohlen aufwachen. Was würdest du tun?
Ich würde mich vorm Spiegel anschauen und erschrecken. „Was habe ich bloß falsch gemacht, um so bestraft zu werden?“

28. Wenn du heute entscheiden musst: Bundeswehr oder Zivildienst?
Ich musste diese Entscheidung noch nie treffen, denn meine Vorfahren hatten niederländische Wurzeln. So hatte ich bis zu meinem 30. Lebensjahr die niederländische Staatsangehörigkeit. Erst dann bin ich deutscher Staatsbürger geworden. Heute würde ich den Zivildienst machen, weil ich diesen für eine gute Sache halte.

29. Was hältst du vom Dschungelcamp? Niveaulos oder ganz unterhaltsam?
Schaue ich mir grundsätzlich nicht an – solche Sendungen werden boykottiert.

30. Welches Stimmungslied kannst du nicht mehr hören?
Da gibt es eigentlich keins. Diese Lieder sorgen bei jedem Schützenfest garantiert für Stimmung.

31. Etwas, das du gerne noch gefragt worden wärst?
Was ich noch gerne gefragt worden wäre, kann man so nicht sagen. Ich hätte die Frage erwartet, „warum ich noch kein Schützenkönig war“.  Aber kein Frage, keine Antwort 😀

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