foto1
foto1
foto1
foto1
foto1
Brauchtum erhalten - Gemeinschaft pflegen - Neues gestalten

vom Schreiner zur Stange
winofierDer Brauch des Vogelschießens ist uralt. Ursprünglich geht er auf einen germanischen Mythos zurück. Damals schossen die Vorväter bei einer alljährlichen altgermanischen Frühlingsfeier auf einen an einer Stange befestigten Vogel. Er stellte den unheilvollen Höllenvogel - den Hahn „Widofnir” - dar, der bereits in der Edda-Sage erwähnt wird. Indem man ihn erlegte, so der Glaube, verbannte man das Böse aus der Welt, um den Menschen zum Frühlingsanfang das Lichte, Gute, zu bescheren.

Auch in der Zeit des Mittelalters hielt man sich an diesen Brauch, um den verhassten Unheilbringern - Dunkel, Tod und Verderben - den Garaus zu machen. Damals war der Schuss auf den Vogel im gesamten deutschsprachigen Raum weit verbreitet. Meist benutzte man dabei einen farbenprächtigen Papagei als Zielscheibe, den man zu jener Zeit „Papagoy” nannte.

Bau guenter

Mit handwerklichem Geschick und Können, wurden auch 2017 die benötigten Vögel, wie schon seit vielen Jahren, von Günter Solecki angefertigt. Aufgrund geänderter Bestimmungen diesmal in ganz anderer Bauform – da mag jeder seine eigene Meinung haben ob diese verschärften Bedingungen wirklich unser aller Sicherheit dienen oder nicht.
Wir haben uns an die Vorschriften zu halten und Günter hat dies hervorragend umgesetzt, denn die Kreispolizeibehörde hatte keinerlei Beanstandungen bei der Abnahme. Anders als bisher, wurden gleich drei Vögel gefertigt, denn irgendwie musste man die Schützen ja den ganzen Sonntag bei Laune halten und man benötigte ja auch einen zusätzlich um am Ostermontag den 1. Kendelkönig zu ermitteln.

Es ist eines der vielen Rituale, das der Vogel an Karfreitag über mehrere Stationen mit einem Handkarren zum Vereinslokal gebracht wird. Diese „Stationen“ liegen auf dem Weg und dienen ausschließlich der Rast auf dem „langen Marsch“. Wenn man Glück hat, bekommt man etwas zu trinken gereicht. Wir hatten „sehr viel Glück“ in diesem Jahr, mit Ausnahme der Station „Willi Coenen“, der uns selbstgebrannten aus Tschechin kredenzte. Aus welche Zutaten dieser, ich will es mal „Schnaps“ nennen bestand, oder wie hoch der Alkoholanteil war, konnten wir leider nicht feststellen, denn sicherheitshalber war kein Etikett auf der Flasche. Böse Zungen behaupten, er wusste da schon, dass er Sanitäter werden möchte und verschaffte sich seine Partienten selber. Die Quittung gab es dafür beim Maienreiten, denn da wurde die Station „Willi Coenen“ weiträumig umfahren – aus Sicherheitsgründen versteht sich…

Wenn auch der überwiegende Teil der Voescher Bevölkerung aus Katholiken besteht, nimmt man heutzutage natürlich Rücksicht und achtet den stillen „Feiertag“ und verzichtet auf Musik und Gesang während des Transports. Das dies immer so war, darf getrost bezweifelt werden, dennoch entwickelt man sich ja schließlich weiter. Selbstverständlich ist auch das Vereinslokal der Voescher Junggesellen Station, schon alleine um zu zeigen „Wir haben Vogelschießen“. Da kein Junggeselle weit und breit zu sehen war, der das Domizil „verteidigte“ ließ man sich dort nieder und „diskutierte“ noch flüssig alles weg, bis in die frühen Morgenstunden. Meldungen, den zufolge der Vogel Schaden genommen haben soll muss hier energisch widersprochen werden – der Vogel war nur zur Nachuntersuchung wieder bei Günter Solecki und außerdem konnte man von weitem auch gar nicht erkennen, dass der Fuß nur angeklebt war!

Förderer

Hoeckstra

 
hansen
 
hetges
 
Feldt