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Brauchtum erhalten - Gemeinschaft pflegen - Neues gestalten

... Maienfahren?
MaibGanz im Zeichen uralter Tradition, stand der nächste Tag. Bis heut führe ich Diskussionen darüber, ob es denn nun Maienreiten oder Maienfahren heißt, denn so das Argument: "Die Maien werden gefahren und nicht geritten". Dazu muss man aber wissen, dass es sich hierbei um einen „Grenzritt“ handelt. Seit hunderten Jahren wird in Voesch die Tradion des Maienreitens, als Schutz vor Missernten, Hexen und Dämonen gepflegt. Zudem diente es der Sicherung der Gemarkungs- und Flurgrenzen und der Überlieferung an die nachfolgenden Generationen. Die Wurzeln dieses traditionsreichen Maienreiten sind die früher von jedem Ort durchgeführten "Flurumritte",  das im Mittelalter von der Herrschaft befohlene Abreiten der Grenzen, oder als Gebetsritt an hohen katholischen Kirchenfesten, besonders zu Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten und Fronleichnam. Bekannte Flurumritte sind der Antlassritt in Brixen (Fronleichnam), das Osterreiten der katholischen Sorben der Oberlausitz (Ostersonntag), der Georgiritt in Traunstein (Ostermontag), der Kötztinger Pfingstritt, der Gymnicher Ritt (Himmelfahrt) und in der Schweiz der Auffahrtsumritt (Himmelfahrtsumritt) in Beromünster und reichen bis in die Zeit Karls des Großen zurück.
Wir sind stolz, diesen altehrwürdigen Brauch bis heute mit Leben zu erfüllen. Es geht letztendlich nicht nur um ein folkloristisches Spektakel. Der Maienritt zeigt auch auf, dass es Grenzen gibt, die in der glo­balisierten Welt auch noch zu beachten sind. Beispielsweise die Grenzen des Anstands, der Sitte und der Ethik. Das ist die Kernbotschaft dieses Tages.

Wie dem auch sei, es war für Zuschauer und Teilnehmer einfach ein toller Tag, auch wenn die Organisatoren immer froh sind, wenn er vorbei ist. Über 50 Kaltblutpferde mit prachtvollen Prunkgeschirren sind einfach ein toller Anblick, aber eben auch ein nicht zu unterschätzendes Risiko.
Major Peter Engbarth und sein Meldereiter Otto Smitt hatten aber alles unter Kontrolle und führten den Umzug über 25 Stationen pünktlich und sicher durch die Honnschaft und St.Hubert zurück zum Festzelt. Der diesjährige Maienball stand ganz im Motto des ersten Kendelkönigs Heinz-Jürgen Kimperler, der durch ein Spalier der Maienreiter hindurch das Zelt betrat und vom Brudermeister Bernd Knott besonders herzlich begrüßt wurde. Aus den Händen von König Toni I erhielt er dann auch seine Königskette, die zuvor noch mit seinem Namen graviert worden war. Für Kendelkönig Heinz-Jürgen Kimperler und sein Minister war es einfach ein tolles Erlebnis mit den Schützen zusammen das Fest zu genießen. Mitgespielt haben auch die Nachbarn, die überall toll gekränzt haben. An diesem Samstag waren sich alle einig ist Voesch und St. Hubert wieder ein Stück zusammengerückt und die Schützen haben wirklich Werbung in eigener Sache gemacht.
Leider konnten nicht alle den ganzen Abend - durch den Zero Music mit DJ Roland Zetzen führte - genießen. Das lag auch nicht am Wetter, welches nach einem zwar kurzem aber kräftigem Schauer zwar wieder prächtig war und ganz sicher nicht an der Stimmung, sondern schlicht an dem was für den nächsten Tag auf dem Programm stand.

Wir wollen hier an dieser Stelle auch nicht unterschlagen, dass es leider zwei Verletzte und einen Sachschaden gegeben hat.
Die Verletzten sind auf dem Weg der Besserung und werden keinen dauerhaften Schaden davontragen. Wir wünschen von Herzen gute Genesung. Es kann keinem die „Schuld“ gegeben werden, es war einfach Pech. Um den Sachschaden werden sich die Versicherungen kümmern, so dass man trotzdem sagen kann, Ende gut, alles gut.

Förderer

Hoeckstra

 
hansen
 
hetges
 
Feldt  
 
schmidt