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Brauchtum erhalten - Gemeinschaft pflegen - Neues gestalten

Die St. Antonius Männerschützen ermitteln in der Regel alle vier Jahre durch ein sogenanntes Vogelschießen einen neuen Schützenkönig. Es kommt vor, das eine Regentschaft verlängert wird, wenn beispielsweise ein Jubiläum ansteht. In Voesch gab es den ersten nachweißbaren Schützenkönig 1670 (älteste Plakette der Voescher Junggesellen Husaren-Schützenbruderschaft.) Der Königsvogel an der Kette der Junggesellen wird hingegen von Experten auf das 13. Jahrhundert datiert. Anrecht auf einen „Königsschuß“ und somit auf die Königswürde hat jedes aktive Mitglied der St. Antonius Männerschützenbruderschaft, gibt es mehrere Bewerber wird abwechselnd geschossen bis der Vogel vollständig von der Stange gefallen ist. Der letzte Schütze ist dann für vier Jahre der Schützenkönig der Bruderschaft um dessen Person sich alles dreht.

Mit dem Vogelschießen 2017 wird es nach den Junggesellen auch bei der Män ein den heutigen Regeln entsprechendes Vogelschießen geben. Die einen sagen leider, die anderen sagen es muss aus Sicherheitsgründen sein. Die Schützen haben ohnehin keine Wahl, denn jedes Vogelschießen wird durch die Kreispolizeibehörde vor Ort überprüft und dokumentiert.

Zusammen mit dem Bezirksverband wurde auf Anregung und persönliches Engagement von Bernd Knott ein neuer Schießstand – den jetzigen Bestimmungen folgend – angeschafft und von unserem Schützenbruder Klaus Dellen konstruiert und gebaut. Der Vogel fällt nun deutlich kleiner aus und hält ca. 150 – 300 Schuss Schrot stand. Die verwendeten Waffen sind fest verriegelt und es werden nur noch einläufige Flinten verwendet. Geladen werden die Flinten durch erfahrene Jäger die sogenannten Schießmeister. Auch wenn es zuvor nie zu einem Zwischenfall gekommen ist, kann sich jeder Teilnehmer oder Besucher vollkommen sicher fühlen.

Nach dem Krieg, war an die Durchführung eines Schützenfestes nicht zu denken, da die Besatzungsmächte den Gebrauch und Besitz von Schusswaffen strengstens untersagten.
In dieser Zeit unterstützte aber die katholische Kirche beim Aufbau ihres zerstörten Vereinslebens auch die Schützen, so dass die Militärregierung vereinzelt Schützenfeste unter Verwendung der Armbrust beim Vogelschießen zuließ. Hiervon hatten sicherlich auch die Antonius Schützen gehört, denn auf Antrag eines Schützenbruders während der Versammlung vom 26.10.1947 sagte der Vorstand die Beschaffung einer Armbrust zu. Anfang des Jahres 1949, am 6.2., fasste die Versammlung unter Vorsitz von Julius van Meegen mit großer Mehrheit den Entschluss, noch im gleichen Jahr ein Schützenfest zu feiern.

Die Abgebildet Armbrust auf dem Bild dürfte in etwa dem angeschafften Modell entsprechen

Bis 2013 wurde mit einer doppelläufigen Schrotflinte aus 10m Entfernung auf einen ca. 50 kg schweren Vogel aus verleimten Holzplatten geschossen. Ein solcher Vogel hielt etwa 1000 Schuss Schrot stand, so das ein Vogelschießen auch schon mal im dunkeln endete.

Die „Vogelmodelle“ werden schon seit Datum von unserem Schützenbruder und Schreinermeister Günter Solecki entworfen und gefertigt und an K-Freitag dem stillen Feiertag angemessen nur von einigen Schützen ohne Musik zum Vereinslokal gebracht. Ostersonntag nimmt ihn die Bruderschaft zunächst mit zum noch amtierenden König und bringt ihn anschließend zum Schießplatz wo dann der Wettbewerb durch die Ehrenschüsse der Honoratioren eröffnet wird.

Der Brauch des Vogelschießens ist uralt. Ursprünglich geht er auf einen germanischen Mythos zurück. Damals schossen die Vorväter bei einer alljährlichen altgermanischen Frühlingsfeier auf einen an einer Stange befestigten Vogel. Er stellte den unheilvollen Höllenvogel - den Hahn „Windofnir” - dar, der bereits in der Edda-Sage erwähnt wird. Indem man ihn erlegte, so der Glaube, verbannte man das Böse aus der Welt, um den Menschen zum Frühlingsanfang das Lichte, Gute, zu bescheren.

Auch in der Zeit des Mittelalters hielt man sich an diesen Brauch, um den verhassten Unheilbringern - Dunkel, Tod und Verderben - den Garaus zu machen. Damals war der Schuss auf den Vogel im gesamten deutschsprachigen Raum weit verbreitet. Meist benutzte man dabei einen farbenprächtigen Papagei als Zielscheibe, den man zu jener Zeit „Papagoy” nannte.

Förderer

Hoeckstra

 
hansen
 
hetges
 
Feldt  
 
schmidt