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Brauchtum erhalten - Gemeinschaft pflegen - Neues gestalten

Wehrmann RalfOb beim traditionellen Schießen, wie Stern- und Vogelschießen, oder den diversen sportlichen Schießen der St. Antonius Schützenbruderschaft. Der Schießmeister übt eine wichtige Funktion aus. Doch was macht eigentlich ein Schießmeister?

Wir wollten es genau wissen und sprachen darüber mit Ralf Wehrmann, der dieses Amt in unserer Schützenbruderschaft ausübt. Wir waren schon erstaunt über den Aufgabenbereich, den Ralf Wehrmann ehrenamtlich bewältigt und für den er einen großen Teil seiner Freizeit opfert.
Der 51-jährige Kaufmann aus St. Hubert gehört dem Verein seit 2011 an. 7 Jahre später wählten die Mitglieder ihn zum Schießmeister.

Vom Wort "Meisterschütze" will er nichts wissen. Gleichwohl ist er mit Leib und Seele Schütze und auch ein sehr erfolgreicher.

Wie er die Schießabteilung leiten will, was seine Ziele sind und was es mit der Eule auf sich hat, besprechen wir in:
30 und eine Frage an: Den Schießmeister Ralf Wehrman.


1. Waren im Nachhinein die Aufregung um die neue Schießstand- und Schießzielrichtlinie nötig?
Der Umbau war hektisch, da wir mitten in den Wettkämpfen damit beginnen mussten.

2. Sind die Prallplatten aus Blech und die geforderten Umbauten sinnvoll und notwendig gewesen?
Die neuen Richtlinien und der damit notwendige Umbau, dient einzig der Sicherheit der Schützen und ist somit absolut wichtig und richtig gewesen. Der zuständige Sachverständige bezeichnete unseren Schießstand nach der Abnahme als „in jeder Hinsicht vorbildlich“.
Ein Lob das ich gerne mit allen Helfern teile.

3. Bis wann ist der Schießstand jetzt wieder nutzbar?
Unser Schießstand wurde nach neusten Richtlinien umgebaut und 2018 abgenommen.
Schießstände werden alle 6 Jahre kontrolliert, somit sollte es bis 2024 keinerlei Einschränkungen geben.

4. Alles wäre besser mit WLAN – warum lässt sich der Brudermeister nicht überzeugen?
Weiß ich auch nicht frag den Brudermeister…
Gerade im täglichen Umgang während der Wettkämpfe, wäre ein Internetzugang eine deutliche Erleichterung. Wir besprechen das immer mal wieder im Vorstand, ich hoffe das sich dort irgendwann eine Mehrheit findet.

5. Ist Schießen gefährlich?
Wenn sich jeder an die Vorschriften hält nein, ich glaube Fahrradfahren ist gefährlicher.

6. Wie viele Wettkämpfer betreust du?
z.Z. rund 40 Sportschützen in sechs Mannschaften aus unserem Verein.
Dazu kommen natürlich die Gäste bei Wettbewerben und historische Schießen, für die ich dann ebenfalls zuständig bin.

7. Kommst du selber noch zum Schießen?
Ja, die Zeit nehme ich mir. Als Schießmeister habe ich heute aber weniger Gelegenheit als früher.

8. Eigentlich alles, was auch nur im Entferntesten mit Schießen zu tun hat, ist in der Vergangenheit mehr oder weniger in Verruf geraten. Die Amokläufe an Schulen haben selbstverständlich dazu beigetragen. Was hältst du den Kritikern entgegen, die sagen das sind alles schießwütige Waffennarren?
Das sind Schlagworte, die in der Presse aufgebauscht werden. Diese schlimmen Vorfälle sind aber nicht dazu geeignet eine ganze Sportart in Verruf zu bringen. Wir sind Sportschützen, die sich in Wettkämpfen messen und einen Mannschaftssport ausüben.

9. Kann jeder bei euch einfach so schießen lernen?
Grundsätzlich jeder ab 12 Jahre, aber er muss zum Verein passen und Mitglied sein. Wir müssen schon wissen wem wir eine geladene Waffe anvertrauen.

10. Was würdest du glauben, wenn es auf deinem nächsten Glückskeks steht?
Halt drauf, halt drauf! (Der Ausspruch stammt von einem Schützengedicht zum Vogelschießen von Willy Coenen Anm. d. Red.)

11. Gibt es wieder ein Oktoberfest anlässlich der Siegerehrung des 44. Pokalschießen?
Ja, am 14. September 2019 ab 19:00 Uhr im Bürgerhaus. Ich freue mich schon jetzt auf den Abend mit Lederhosen, Dirndl und Wiesenbier.

12. Einige deiner Schützenbrüder tragen einen Orden in Form einer Eule mit angehängten Plaketten ihrer Schießleistung, du hingegen nur die Eule – keinen Erfolg gehabt oder woran liegt das?
Das war auf dem Europa- Schützenfest in Peine, da habe ich mich lieber am Bierpavillon angestellt. Natürlich muss ich mich damit bis heute aufziehen lassen.

13. Einige ganz fleißige trainieren sogar Sonntags mehrere Stunden – muss das sein?
Ich finde das eine gute Sache nicht nur aus sportlicher Sicht. Gerade an den Sonntagen kommt man ganz ungezwungen zusammen und das stärkt vor allem die Kameradschaft. Wie „intensiv trainiert“ wird, kann jeder für sich entscheiden. Der Schießstand und der dazugehörende Clubraum stehen uns an 7 Tagen pro Woche 24 Stunden zur freien Verfügung.

14. Was sind deine Ziele, wird es Veränderungen geben, um die Attraktivität zu steigern?
Auch ich werde das Rad nicht neu erfinden, Ich versuche aber immer den Sport attraktiv zu gestalten um auch junge Mitglieder zu begeistern. Eine Neuerung ist, dass unsere Mitglieder seit diesem Jahr wieder am Pokalschießen in einer eigenen Klasse antreten können. (Anm. d. Red. Das Pokalschießen ist ein sogenanntes Preisschießen, bei dem die Teilnehmer attraktive Preise gewinnen können.)

15. Stimmt es, das du seit deiner Wahl, nur noch „Schießburger“ isst?
Nein, ich wie man sehen kann esse ich alles.

16. Warum sollte ein Jugendlicher Schießsport betreiben?
Man lernt im Umgang mit anderen Teamfähigkeit, denn man gewinnt oder verliert gemeinsam als Team. Zum Schießsport gehört aber auch sich gut konzentrieren zu können, aber vor allem natürlich Verantwortung und Disziplin. Das sind alles Fähigkeiten, die auch im Berufsleben und im Alltag wichtig sind.

17. Wieviel Munition verbraust du im Jahr?
Keine Ahnung, aber so 5000 bis 6000 Kugeln werden es schon sein.

18. Wenn es in Deinem Ermessen läge, was würdest Du beim Schießsport ändern?
Ich würde dafür sorgen, dass in beiden Verbänden nach den gleichen Richtlinien geschossen wird.

19. Was hält deine Frau eigentlich von deinem Hobby?
Birgit unterstützt mich voll und ganz. Für mich macht das natürlich vieles überhaupt erst machbar und ich kann mich dafür nicht genug bedanken.

20. Was ist der Unterschied zwischen Sport- und Traditionellem Schießen?
Im Moment noch die Anschlagsarten, das soll aber geändert werden

21. Wieviel Zeit nimmt dein Amt als Schießmeister in Anspruch?
Viel um nicht zu sagen sehr viel. Von der Arbeit die alle im Hintergrund von Mathias Bruckes und mir gemacht wird bekommen die Schützen wenig mit, aber es macht uns auch viel Spaß und darum machen wir das ja auch gerne.

22. Der Brudermeister wünscht sich eine eigene Jugendmannschaft, wie realistisch ist das?
Der Durchschnitt der Mannschaften liegt bei 60 Jahren, es ist also keine Frage wer sich etwas wünscht, sondern es ist für die Schießabteilung existenziell . Wir sind gerade dabei alle Voraussetzungen zu schaffen. Ich z.B. bin gerade dabei den Jugendleiterschein zu machen.

23. Die Schießabteilung unken manche, wäre ein Verein im Verein – ist das so?
Ganz klar nein, wir alle machen gerne Schießsport und es macht uns genauso Spaß in Uniform zu den Schützenfesten zu fahren.

24. Aber es gibt auch Schützen, die sich nicht für die Bruderschaft interessieren, sondern nur für die günstigen Trainingsmöglichkeiten – das ist doch eigentlich nicht Sinn der Sache oder?
Das sehe ich nicht so. In den Wettkämpfen unterstützen sie die St. Antonius mit ihren Ergebnissen und somit die Außendarstellung des Vereins.

25. Wie erfolgreich waren die Schützen aus Voesch zuletzt in Wettbewerben?
Ich bin sehr stolz dies in einem Satz beantworten zu können. Überall wo wir mit unserer Bruderschaft angetreten sind haben wir alles gewonnen, darüber hinaus noch viele 2. Und 3. Plätze.

26. Was wird Dein nächstes Projekt?
Der Abschluss der Ausbauarbeiten im Keller, wo wir dann u.a. eine Lagermöglichkeit für unsere Vereinswaffen haben, die Gesetzeskonform ist.

27. Was war dein bestes Schießergebnis?
Meine persönlich Bestleistung mit dem Luftgewehr sind 298 von 300 möglichen Ringen.

28. Obligatorische Frage, die muss jeder beantworten:
Meine Frau ist Fan des FC -Bayern und will partout nicht den richtigen Weg einschlagen:
Weißt du sie vielleicht zu überzeugen?
Deine Frau, dein (Weiß-)Bier

29. Du musstest zum ersten Mal beim Brezelschießen eine Ansprache halten, warst du nervös und warst du erleichtert als es vorbei war?
Ja war ich, aber man wächst mit seinen Aufgaben und das bedeutet oft auch einfach learning by doing.

30. Die Leute gehen immer weniger aus dem Haus und alles wird teurer, meinst du die Bruderschaft kann Veranstaltungen wie das Brezelschießen in Zukunft noch finanzieren?
Da kann ich nur sagen: „ich hoffe“ dazu bedarf es weiterhin die Unterstützung der Mitglieder.

31. Etwas das du gerne gefragt worden wärst?

Frage:
Ob es mich überrascht hat, dass ich so viel Hilfe beim Umbau des Schießstandes und bei den ganzen Veranstaltungen bekommen habe.

Antwort:
Darauf bin ich sehr stolz das zeigt mir, dass im Bereich den ich zu verantworten habe vieles gut läuft. Der Schützengedanke, dass man sich gegenseitig unterstützt ist für viele nicht nur Gerede, sondern wird auch gelebt.

Wir bedanken uns für die Beantwortung von 30+1 Frage und wünschen Ralf Wehrmann für die Aufgaben als Schießmeister aber auch persönlich als Sportschütze weiterhin ein ruhiges Händchen.

 

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